Der

Kölner Dom

Eine Inspiration im Maßstab 1:50

Modellbau

Von

Sebastian Mikacs

Die Domtechnik

KDSM

Zur Steuerung des Miniatur-Domes werden drei eigens entwickelte Programme eingesetzt: KDSM, KDT und KDS. Diese Programme werden im Folgenden näher beschrieben. Der Kölner Dom Steuerung Manager kurz KDSM ist das grafische Interface der Schaltzentrale und deckt die grundlegenden Kernkomponenten Steuern, Regeln und Überwachen von Mess- und Störmeldedaten ab. Dieses Programm ist auf dem PC der Warte installiert und ermöglicht die Überwachung von Spannung, Strom und Temperatur der beiden Transformatoren und Kondensatoren, die Steuerung, Programmierung und zeitliche Planung von Glockengeläut und Orgelmusik, Beleuchtung, Brunnen, Ventilatoren, Kamera (Livestream), API und die Schnittstelle zwischen der Domsteuerung und Domtechnik (Zentralwarte). Das Multi-Document-Interface der Software ermöglicht die thematische Trennung der verschiedenen Aufgabenbereiche (z. B. Glocken, Beleuchtung, Modi, Brunnen). Durch die Verwendung von sogenannten "Kölner-Dom-Scripts" (.KDS), können zuvor in der Domsteuerung oder im KDSM gespeicherte Scriptdateien, die das automatische Ausführen von Routinen ermöglichen, mit den Buttons "Modus 1 bis 6" verknüpft und aufgerufen werden. Die bildliche Darstellung der Westfassade und Vogelperspektive des Domes erleichtern sowohl im Programm als auch auf den Schalttafeln der Warte die Bedienung des Domes. Durch akustische Melder kann im Bedarfsfall vor Abweichungen im Regelbetrieb, also bei Überhitzung, Trockenlauf und Filterverschmutzung der Brunnenpumpe, Grenzwertüber- oder Unterschreitungen des Niveaus der Pumpengrube, des Kabelschachtes und des Brunnenbeckens oder dem Ausfall von einzelnen Komponenten (z. B. das Auslösen von Leitungsschutzschaltern oder Feinsicherungen (Schmelzsicherungen)) gewarnt werden. Durch unterschiedlichste Schnittstellen wird beispielsweise auch die Kommunikation zwischen der Website und dem Dom über dieses Programm abgewickelt. Diese Software bietet defacto denselben Funktionsumfang wie die im Hintergrund ersichtlichen Schalttafeln der Warte. Es ergänzt zusätzlich nicht abbildbare Funktionen (z. B. Livestream der Kamera an die Website).
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Software

Es gibt es drei eigens entwickelte Programme (KDSM, KDT und KDS), welche für die Steuerung des Domes verantwortlich sind.

Frequenz

Die Domtechnik und Domsteuerung werden mit einer Grundtaktrate von 20 MHz betrieben.

Mikrochips

In Summe kommen 16 Mikroprozessoren, EEPROMs und andere Chips der Firma Mikrochip für unterschiedlichste Anwendungsfälle zum Einsatz.

Die Domtechnik

KDT

Die Kölner Domtechnik kurz KDT ist die Steuereinheit der Schalttafeln in der Zentralwarte. Die Abkürzung "KDT" bezieht sich auf die verwendete Software, während die ausgeschriebene Form "Kölner Domtechnik" die Hardware bezeichnet. Die Kölner Domtechnik umfasst sowohl eine eigens entwickelte Software- als auch Hardware, die zur Steuerung der Schalttafeln verantwortlich sind. Dieses Gerät verfügt über Transistoren zur Steuerung der optischen Ausgabe von Schaltzuständen, entprellten Tastenanschlüssen, ein direktes Kommunikationsinterface zwischen Domtechnik (Zentralwarte) und Domsteuerung (TTL), eine Schnittstelle zur Messdatenerfassung und ein integriertes Störmeldesystem. Die Software befindet sich auf drei Microchip PIC18F4620 und wurde in C und Assembler geschrieben. Zur Kommunikation mit der Domsteuerung wird ein eigenes Kommunikationsprotokoll eingesetzt. Diese Protokoll (.KDSCL) besteht aus mehreren Blöcken (sogenannten Frameparts) welche aus jeweils 4 Bytes bestehen. Es ermöglicht einen Austausch von vordefinierten Systemzuständen. Ein Datenaustausch über individuelle Nachrichten ist hierbei nicht vorgesehen. Die Kommunikation enthält Informationen über den Initiator (also das sendende Gerät), den eigentlichen Befehl der anzusteuernden Komponentne (z. B. Hauptschiff 1), die Zustandsoperation (z. B. Ein) und den Initialisierungsbefehl. Die SPS-Steuerung beinhaltet quasi denselben Funktionsumfang wie der KDSM. Im unteren Abschnitt "Kommunikation" wird der Befehls- und Datenaustausch zwischen den einzelnen Steuerungen näher beschrieben.
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Kommunikation

Wie bereits erwähnt, kommunizieren die Steuerungen über eigene Kommunikationsprotokolle miteinander. Diese Kommunikation ist notwendig, um eine Steuerung der Miniatur-Kathedrale (z. B. Schalten der Beleuchtung oder Glocken im Dom) zu ermöglichen. Um einen besseren Überblick über diesen Daten- und Informationsaustausch zu bekommen, finden Sie nun ein Kommunikationsdiagramm mit einer Erklärung der einzelnen Schritte.

Befehl
return | licht 1

KDS
KDSM/KDT Zu Beginn der Kommunikation muss immer ein Ereignis ausgelöst werden. Ereignisse können in Form eines Klicks auf einen Button im Kölner Dom Steuerung Manager, eines Tastendrucks auf den Schalttafeln der Zentralwarte (Domtechnik), einer Sonde des Störmeldesystems (z. B. das Auslösen eines Leitungsschutzschalters) oder eines geplanten Programms in Form eines Kölner-Dom-Scripts (.KDS) auftreten. Welches dieser Ereignisse ausgelöst wird, spielt bei der Kommunikation keine Rolle. Die Befehlskette ist immer gleich aufgebaut. Der einzige Unterschied besteht in der Art und Weise der Datenübertragung (z. B. Netzwerkschnittstelle beim KDSM oder direkte Kommunikationsleitung bei der Domtechnik (Zentralwarte)).

Als Beispiel lösen wir einen Tastendruck auf den Schalttafeln der Zentralwarte aus, indem wir auf den Taster "Hauptschiff 1" klicken. Im Hintergrund sendet die Domtechnik (KDT) mehrere Befehle an die Domsteuerung, darunter auch den Befehl "return | licht 1". Der Befehl fordert die Domsteuerung auf, den Zustand der Beleuchtung des "Hauptschiff 1" zu ändern und eine Rückantwort zu liefern. Diese Zustandsänderung kann das Ein- oder Ausschalten der Beleuchtung sein. Welche Änderung das ist, wird von der Domsteuerung in Abhängigkeit vom Zustand entschieden. Dieses Kommando ist Teil des Befehlssatzes des CLI und wird im Abschnitt Betriebssystem näher beschrieben.

Antwort
FA11 FB11 1C01 1C02

KDSCL
KDS Die Domsteuerung reagiert auf Ereignisse in Form von Befehlen. Der von der Domtechnik (Zentralwarte) gesendete Befehl "return | licht 1" wird von der Domsteuerung empfangen und verarbeitet. Während des Verarbeitungsvorgangs wird überprüft, ob die Beleuchtung des "Hauptschiff 1" bereits aktiviert ist. Da dies in diesem Beispiel nicht der Fall ist, schaltet die Steuerung das Relais hierfür ein. Der Befehl wurde über die Funktion "return" aufgerufen. Daher sendet die Domsteuerung die Antwort "FA11 FB11 1C01 1C02" in Form von KDSCL.

Diese Antwort, bestehend aus vier sogenannten Frameparts zu je 4 Bytes, ist wie folgt aufgebaut. Der erste Teil "FA11" gibt das initiierente Gerät an, in diesem Fall die Domsteuerung. Der zweite Teil "FB11" gibt die zu schaltende Komponente, also das "Hauptschiff 1" zurück. Die letzten beiden Teile "1C01" und "1C02" geben an, dass auf den Schalttafeln der Zentralwarte und im KDSM die Beleuchtung des Tasters und das LED-Band für das "Hauptschiff 1" aktiviert werden sollen.

Befehl
licht 1 | on

KDRTWP
KDSM/KDT Der KDSM und die Domtechnik (Zentralwarte) warten auf eine Antwort der Domsteuerung. Erst nach dieser Antwort ist die Verarbeitung des Befehls erfolgreich abgeschlossen.

Die Antwort "FA11 FB11 1C01 1C02" in Form von KDSCL besteht aus vier Teilen. Jeder Teil besteht aus 4 Bytes und liefert Informationen über das initiierende Gerät, die zu schaltende Komponente, in diesem Fall die Beleuchtung für das "Hauptschiff 1". Die beiden letzten Teile sagen aus, dass die Beleuchtungen des Tasters "1C01" und dem LED-Band "1C02" des Hauptschiffes 1 aktiviert werden sollen.

Hat der Kölner Dom Steuerung Manager eine Verbindung zur API (Website) aufgebaut, so sendet dieser, je nach Konfiguration, den Befehl "licht 1 | on", da die Beleuchtung des Hauptschiffes 1 aktiviert wurde, weiter an den Webserver.
KDRTWP

Webserver

Der Webserver wiederrum wartet auf Befehle des Kölner Dom Steuerung Manager. Der KDSM schickt diese Befehle in Form von HTTP-Requests an die API. Das dazu verwendete Protokoll KDRTWP ermöglicht zum einen das Senden von Schaltzustände und Informationen des Domes an die Website, zum anderen können über diese Schnittstelle auch Daten abgefragt werden.

Zu den auslesbaren Parametern der Anlage zählen die Uhrzeit und Zeitzone am Standort des Modellbaus, ein aktuelles Bild des Livestreams, die Zustände von Brunnen, Glocken (Messingglocken und akustisch über Lautsprecher), Orgelmusik, Beleuchtung und vordefinierte bzw. automatisch ablaufende Programme. Weitere Informationen über die Schnittstelle finden Sie unter Domtechnik (API).

Der Abschnitt Zentralwarte bietet die Möglichkeit, die Zustände der Anlage auszulesen.

API

Für Entwickler bietet der Kölner Miniatur-Dom eine Programmierschnittstelle (RESTful-API) an, die es ermöglicht, Schaltzustände und Informationen über den Dom auszulesen.

Protokoll

Für den Datenaustausch zwischen dem KDSM, Domtechnik (Zentralwarte) und Domsteuerung wurden eigene Kommunikationsprotokolle entwickelt.

Code

Insgesamt wurden 297.843 Zeilen Code in den Sprachen C, C#, Assembler, PHP, HTML, CSS und Javascript geschrieben.

Die Domtechnik

KDS

Die Kölner Domsteuerung kurz KDS ist das technische Herzstück des Miniatur-Domes. Die Abkürzung "KDS" bezieht sich auf die verwendete Software, während die ausgeschriebene Form "Kölner Domsteuerung" die Hardware bezeichnet. Die Domsteuerung umfasst sowohl eine eigens entwickelte Software- als auch Hardware, welche zur Steuerung des Kölner Miniatur-Domes verantwortlich sind. Dieses Gerät ist ein Mikrocomputer, der in den Programmiersprachen C und Assembler programmiert wurde. Die Steuerung verfügt über ein eigens entwickeltes Betriebssystem, Dateisystem und integrierten Skripteditor. Das Dateisystem ähnelt dem des Microsoft FAT und sorgt für die Speicherung und Verwaltung der Skripte. Skripte dienen zum automatisierten Ansteuern von Anlageteilen des Kölner Miniatur-Domes. So können beispielsweise Glocken in unterschiedlicher Reihenfolge programmatisch angesteuert werden. Damit dies ermöglicht wird, steht eine an BASIC angelehnte und selbst entworfene Skriptsprache (.KDS) mit eigenem Interpreter zur Verfügung. Skripte können mit den auf den Schalttafeln der Warte und im KDSM vorhandenen Tastern "Modus 1 bis 6" verknüpft und bei Bedarf abgerufen werden. Zur Kommunikation zwischen Domsteuerung, Domtechnik (Zentralwarte) und KDSM (TTL) sorgt das Kommunikationsprotokoll (KDSCL) für den Austausch von Informationen. Diese Informationen beinhalten den gesamten Steuerungsablauf zu und vom Kölner Miniatur-Dom. Die Kommunikation erfolgt zu den Schalttafeln über eine eigene mehradrige Kommunikationsleitung. Im unten angeführten Abschnitt wird das Betriebssystem und die Verwendung der Domsteuerung näher erläutert.
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Die Domtechnik

Betriebssystem

Die eigens konstruierten Steuerungen verfügen über selbst entwickelte Betriebssysteme und umfangreiche Softwarepakete mit vielfältigen Funktionen. Das Betriebssystem DOMOS/KDS Beta v5.1.0 der Domsteuerung spielt bei der Steuerung der Kathedrale eine wesentliche Rolle. Im Folgenden werden die Funktionen und Eigenschaften dieses Betriebssystems genauer erläutert.

Verwendung

Die Domsteuerung bietet drei Möglichkeiten zur Steuerung und Konfiguration:
  • KDSM - Kölner Dom Steuerung Manager
    Dieses Programm ist eine Desktop-Anwendung, die am Computer der Warte verwendet wird. Sie wurde mit .NET 5.0 entwickelt und dient als grafisches Pendant zu den Schalttafeln der Zentralwarte. Der KDSM erweitert Funktionen, die auf den Schalttafeln der Warte nicht dargestellt werden können. Die Kommunikation zwischen KDSM und der Domsteuerung findet über das Netzwerkinterface des Computers und der Steuerung statt. Das Multi-Document-Interface der Software ermöglicht die thematische Trennung der einzelnen Aufgabenbereiche (z. B. Glocken, Beleuchtung, Modi, Brunnen).

  • KDT - Kölner Domtechnik
    Diese Steuerung ist im Schaltschrank der Warte verbaut und dient der direkten Kommunikation zwischen Zentralwarte (Domtechnik) und Domsteuerung. Sie wertet Taster- und Meldeeingänge aus, sendet diese an die Domsteuerung und stellt Zustände dar. Folgende Zustände können bei der Verwendung eintreten: Ein- und Ausschalten, Stör- bzw. Grenwertmeldung und interne Zustände wie Bereit, Beschäftigt und Störung und Netzwerk/API. auf den Schalttafeln der Warte dar. Die Kommunikation zwischen Zentralwarte (Domtechnik) und Domsteuerung erfolgt über ein serielles Interface, welches über eine rund 30 Meter lange direkte mehradrige Kommunikationsleitung (TTL) betrieben wird.

  • KDS - Kölner Domsteuerung
    Die Domsteuerung kann auch direkt und ohne zusätzliche Einrichtungen (wie KDSM und/oder KDT) betrieben werden. Dazu stehen in der Steuerung ein Netzwerkinterface (ETH) und eine serielle Schnittstelle (TTL) zur Verfügung, die beide zur Kommunikation eingesetzt werden können. Zur Verwendung der Domsteuerung wird lediglich ein Computer mit einem Terminalemulationsprogramm, welches als Zeichensatz ANSI und als Emulation VT100 unterstützt, und ein RS232 oder Ethernet-Interface benötigt. Die Bedienung erfolgt hierbei über den Computer textbasiert in Form von Befehlszeilen.

Softwarepakete

Die Funktionsfähigkeit der Domsteuerung wird basierend auf dem Core-Betriebssystem und Kernel "KDS Beta v5.1.0" durch folgende Zusatzsoftware ergänzt:


Software Version Name Beschreibung
Betriebssystem KDS Beta 5.1.0 Kölner Domsteuerung kurz KDS Beinhaltet das Core-Betriebssystem und Kernel.
Dateisystem KFS Beta 5.1.0 Kölner Domsteuerung File-System kurz KFS Ist das Dateisystem des Betriebssystems KDS, welches an Microsoft FAT angelehnt wurde.
Interpreter RUN Beta 5.1.0 Running kurz RUN Der Interpreter sorgt für den Ablauf der Kölner-Dom-Scripts kurz ".KDS".
Editor MAP Beta 5.1.0 Multi-Application-Program kurz MAP Der Editor dient der Erstellung von Kölner-Dom-Scripts und Konfigurationsdateien.

Inbetriebnahme

Nachdem die Domsteuerung mit Strom versorgt und am PC mittels eines seriellen Kabels angeschlossen wurde, kann das Terminalemulationsprogramm, in diesem Fall "TeraTerm" (es können auch andere Programme wie PuTTY oder Microsoft HyperTerminal verwendet werden), gestartet und die Domsteuerung eingeschaltet werden. Es erscheint bei erfolgreicher Durchführung der Bootscreen. In diesem Zustand initialisiert die Domsteuerung die angeschlossenen Komponenten (z. B. Arbeitsspeicher, Ethernet-Controller, Memory, Relais-Karten).

An der Gerätefront befinden sich LEDs, welche den Status des Systems anzeigen. Einige dieser LEDs sind auch auf der Schalttafel der Zentralwarte vorhanden:


Name Farbe Beschreibung
STATUS Grün Leuchtet:
Zeigt an, ob die Einschubkassette mit der Backplane verbunden und mit 5V Gleichstrom versorgt wird.
BEREIT Grün Leuchtet:
Domsteuerung ist bereit, Daten zu empfangen und zu verarbeiten.

Blinkt:
Boot- und Initialisierungsvorgang, es werden die angeschlossenen Komponenten erfasst und auf ihre Funktionalität getestet.
BESCHÄFTIGT Gelb Leuchtet:
Zeigt an, ob die Domsteuerung aktuell Daten verarbeitet. In diesem Zustand können keine weiteren Daten gesendet oder empfangen werden.
STÖRUNG Rot Leuchtet:
Es ist ein Fehler oder Störung in der Soft- oder Hardware aufgetreten, welche zum Absturz der Steuerung geführt hat.
NETZWERK/API Grün Leuchtet:
Es ist eine Verbindung über die integrierte Schnittstelle (KDSCL) zwischen Domsteuerung und KDSM und/oder Domtechnik (Zentralwarte) aufgebaut. Dieses Licht symbolisiert eine aktive API Verbindung. Die Domsteuerung ist in diesem Zustand über das CLI (Commandline Interface) nur eingeschränkt zu bedienen.
ETH Grün/Gelb Leuchtet:
Es besteht ein aktiver Link zwischen Netzwerkschnittstelle der Domsteuerung und dem dahinter liegenden Netzwerkequipment.

Blinkt:
Es werden Daten zwischen der Domsteuerung und dem Netzwerk übertragen.
RE1 - 6 Grün Leuchtet:
Das angegebene Relais ist aktiviert.

Das Programm "TeraTerm" ist ein Befehlszeilenorientiertes Terminalemulationsprogramm. Es wird genutzt, um textbasierte Anwendungen innerhalb einer grafischen Benutzeroberfläche verwenden zu können. Zu diesen Anwendungen zählt auch die Domsteuerung. Terminals stammen aus den Anfangszeiten der Computerindustrie und wurden als Datensichtgerät zur Kommunikation mit Großrechnern eingesetzt. Heute werden diese Programme hauptsächlich in der IT zur Konfiguration von Netzwerkkomponenten (z. B. Switches, Router, Firewalls) und Server eingesetzt. Auch ältere Anwendungen, welche noch auf IBM Hostsystemen basieren, werden über solche Programme bedient.

In den unteren Abschnitten wird die Benutzeroberfläche der Domsteuerung und dessen Funktionsumfang näher erläutert.


Bootvorgang

Der Bootvorgang bezeichnet das Hochfahren eines Computersystems. Während diesem Vorgang wird ein POST durchgeführt. Hierbei werden Systemkomponenten wie Arbeitsspeicher, Ethernet-Controller, Memory oder Relais-Karten initialisiert. Bei der Domsteuerung wird dieser Vorgang durch das Blinken der LED "Bereit" auf der Frontseite des Gehäuses und im Terminal durch den blauen Bootscreen mit dem Schriftzug "Domsteuerung 2021" signalisiert. Wurde der Test erfolgreich abgeschlossen, wird ein akkustisches Signal wiedergegeben.

Benutzeroberfläche

Die Domsteuerung kann über verschiedene Wege gesteuert und konfiguriert werden. Sie verfügt über mehrere physikalische und softwarebasierte Schnittstellen. In diesem Abschnitt wird auf die Bedienung über das Commandline Interface (CLI) eingegangen, das in diesem Fall über die serielle Schnittstelle "TTL" zur Verfügung gestellt wird.


Wie es bei Befehlszeilenorientierten Benutzeroberflächen üblich ist, wird vor dem Cursor der sogenannte "Prompt" angezeigt. Dieser gibt dem Benutzer Auskunft über den aktuell verwendeten Modus. In jedem dieser Modi stehen unterschiedliche Funktionen zur Verfügung. So können beispielsweise im Modus "COM", Komponenten der Anlage (z. B. Licht oder Glocken) aktiviert bzw. deaktiviert werden.


Nachfolgend wird auf die in der Domsteuerung enthaltenen fünf Modi (Prompts) näher eingegangen:


Prompt Modus Beschreibung
> Globaler-Modus
(S)
Dieser Modus fasst alle wichtigen Systemoperationen der Domsteuerung zusammen. Der Modus wird automatisch nach dem Bootvorgang gestartet.
COM> Konfigurationsmodus
(Configuration/Communication - C)
Im Konfigurationsmodus werden alle an den Relais angeschlossenen Komponenten geschaltet. Zudem steht hier ein vorkonfigurierter Glockenläutmodus zur Verfügung.
EDT> Bearbeitungsmodus
(Edit - E)
Im Bearbeitungsmodus befindet sich das Programm "MAP", welches zum Editieren von Scripts und Konfigurationsdateien verwendet wird. Der Modus verfügt auch über den dazugehörigen Script-Interpreter "RUN".
MOD> Vorkonfigurationsmodus
(Mode - M)
Der Vorkonfigurationsmodus erlaubt das Aufrufen von sechs zuvor zugeordneten Scripts. Auf den Schalttafeln der Warte bzw. im Programm KDSM können diese Modi über die Taster "Modus 1 bis 6" abgerufen werden.
REP> Stör- und Grenzwertmeldemodus
(Report - R)
In diesem Modus werden durch Sensoren oder Melder Störungen im Betrieb (z. B. Ausfall eines Leitungsschutzschalters) erfasst und an den Schalttafeln der Warte bzw. im Programm KDSM dargestellt.

In der unten angeführten Abbildung bekommen wir einen beispielhaften Einblick in die Benutzeroberfläche (CLI) und ihre Verwendung:


Commandline-Interface

Die beispielhafte Darstellung des CLI gibt einen Einblick über die Handhabung. In der ersten Zeile wird der Prompt ">" mit dem Befehl "dir" angezeigt. Der Cursor erscheint immer dort und auch nur dann, wenn eine Benutzerinteraktion möglich ist. Die Ausgabe des Befehls "dir" gibt Auskunft über die auf der Domsteuerung gespeicherten Dateien. In der nächsten Zeile sehen wir den Befehl zum Laden von Dateien "load" aus dem Speicher. Diesmal gibt es eine Eingabeaufforderung im unteren Bereich des Fensters, in die wir den Dateinamen eingeben können. Mit der Tastenkombination ESC oder STRG + X kann die Eingabeaufforderung jederzeit beendet werden.


Die Domsteuerung verfügt über einen Befehlssatz von 256 Kommandos, die miteinander verknüpft werden können. Der charakteristische Aufbau dieser Befehle unterscheidet zwischen dem eigentlichen Kommando, Operationen, welche sich in die Untergruppen Zustände (z. B. "on", "off") und Funktionen (z. B. "do", "return", "fault") unterteilen, und Parametern, welche wiederrum die Untergruppen Laufwerken (z. B. "ra1:", "fl1:", "fl2:") und Werten (z. B. "250") bilden. Ähnlich wie bei der Microsoft PowerShell wird ein Befehl durch das Pipe-Symbol "|" an den nächsten Befehl weitergereicht.


Eingeteilt werden die Befehle in folgende Gruppierungen:

  • Modus, Menü und Prompt
    Dient dem Wechsel von unterschiedlichsten Modi (z. B. Globaler-Modus, Konfigurationsmodus, Bearbeitungsmodus, Vorkonfigurationsmodus und Stör- und Meldemodus).

  • Beendigung
    Beendet Programme oder wechselt zum Globalen-Modus.

  • Rückgabe
    Gibt Befehle in ein für die Domtechnik (Zentralwarte) und KDSM interpretierbares Format (KDSCL) zurück.

  • Automatisierung (API/Netzwerk)
    Aktiviert den Schnittstellenmodus und stellt eine Verbindung zur Zentralwarte (Domtechnik) und/oder KDSM her.

  • System
    Enthält systeminterne Befehle wie beispielsweise das Zurücksetzen, Neu Starten und Herunterfahren der Domsteuerung, die Hilfe-Anzeige oder die Rückgabe der ein- bzw. ausgeschalteten Anlageteilen.

  • Dateisystem
    Das Dateisystem (KFS) dient der Verwaltung von Laufwerken und Script- bzw. Konfigurationsdateien.

  • Konfiguration
    Über den Konfigurationsmodus können Anlageteile (z. B. Orgel und Glocken, Beleuchtung, Brunnen) gesteuert werden.

  • Editor und Interpreter
    Der Editor (MAP) und Interpreter (RUN) dienen der Erstellung von Kölner-Dom-Scriptdateien, welche im Anschluss mit dem Interpreter lauffähig gemacht und gespeichert werden können.

  • Modi
    Durch die Zuweisung von Kölner-Dom-Scripts zu einem Modus, können diese über einen Befehl bzw. Tastendruck auf den Schalttafeln der Zentralwarte und im KDSM aufgerufen werden.

  • Stör- und Meldesystem
    Das Stör- und Meldesystem dient der Auslösung, Protokollierung und Umsetzungen von Stör- und Grenzwertmeldungen.

Als Beispiel dient hier der Befehl "licht 1 | on", der das Relais der Beleuchtung des Hauptschiffes 1 aktiviert. Dieser Befehl besteht aus dem eigentlichen Kommando "licht" und dem Zustand "on", welche durch das Pipe-Symbol "|" miteinander verbunden werden. Befehle können auch in verkürzter Form, wie zum Beispiel die Kurzform "li" für "licht", verwendet werden. Das Pipe-Symbol dient als Schnittstelle zwischen den einzelnen Kommandos und verbindet diese.


In unten angeführter Tabelle wird ein Einblick über die verfügbaren Befehle gegeben. Die Liste ist aufgrund der hohen Anzahl an Befehlen nicht vollständig:


Befehl Kurzform Modus Beschreibung
config conf S C Wechselt vom Globalen-Modus in den Konfigurationsmodus.
edit edit S E Wechselt vom Globalen-Modus in den Bearbeitungsmodus.
mode mode S M Wechselt vom Globalen-Modus in den Vorkonfigurationsmodus.
report rep S R Wechselt vom Globalen-Modus in den Meldemodus.
exit exi C E M R Beendet Programme und/oder den jeweiligen Modus und wechselt in die Ansicht des Globalen-Modus.
return ret S C E M R Gibt Befehle in ein für die Zentralwarte (Domtechnik) und KDSM interpretierbares Format (KDSCL) zurück.
reset res S Startet die Domsteuerung neu.
clear cle S Leert die Bildschirmausgabe des Terminals und setzt den Cursor inkl. Prompt an den linken oberen Bildschirmrand.
status stat S Zeigt den Status aller angeschlossenen Komponenten (z. B. Brunnen, Audio, Licht, Glocken) an.
logging log S Zeigt das Log des Systemzustands und der installierten Hard- und Software an.
help help S Dient als Hilfestellung zur Verwendung des Systems. Dieser Befehl zeigt eine Liste der wichtigsten Befehle an.
memory mem S Zeigt alle am I2C-Bus angeschlossenen EEPROMs mit ihrer zugewiesenen Adresse an.
format form S Formatiert das angegebene Laufwerk und erzeugt das Dateisystem (KFS).
directory dir S Zeigt die auf der Domsteuerung gespeicherten Dateien an.
link lin S Verknüpft zum angegeben Laufwerk die angeführte Scriptdatei mit einem der sechs Modi.
load load S Ladet vom angegebenen Laufwerk und Dateinamen das Script in den Arbeitsspeicher.
delete del S Entfernt am angegebenen Laufwerk die angeführte Datei.
return | licht 1 | on ret | li 1 | on C Schaltet das Relais des Hauptschiff 1 "licht 1" ein und gibt die Ausgabe in ein für die Zentralwarte (Domtechnik) und KDSM verständliches Format (KDSCL) zurück.
map map E Öffnet den Script- und Konfigurationseditor "MAP".
run run E Startet den Interpreter "RUN" und interpretiert die im Arbeitsspeicher enthaltene Kölner-Dom-Scriptdatei.
return | mode 1 | on ret | mod 1 | on M Ladet das verlinkte Script zum "Modus 1", startet dieses mit dem Interpreter "RUN" und gibt die Ausgabe in ein für die Zentralwarte (Domtechnik) und KDSM verständliches Format (KDSCL) zurück.
return | ls 1 | fault | on ret | ls 1 | fau | on R Löst die Störmeldung "Automatenfall 230V" aus und gibt die Ausgabe in ein für die Zentralwarte (Domtechnik) und KDSM verständliches Format (KDSCL) zurück.

Hilfe

Ein umfgangreiches und ausgeklügeltes Hilfesystem sorgt auf der Domsteuerung für eine erleichterte Bedienung. Dabei wurde eine textbasierte Benutzeroberfläche bereitgestellt, welche es ermöglicht, mittels Tastenkombinationen die einzelnen Hilfeschritte der Steuerung abzurufen. Dem Benutzer wird der Aufruf dieser Hilfestellung grafisch am Terminal dargestellt. Der Aufruf geschieht durch die Taste F1.

Zusatzsoftware

Die Domsteuerung verfügt über verschiedene Zusatzsoftwares, welche im Betriebssystem "KDS Beta v5.1.0" integriert sind. Eines dieser Programme ist der Script- und Konfigurationseditor "MAP". Die sogenannten Kölner-Dom-Scripts kurz ".KDS" werden dazu verwendet, Komponenten der Domsteuerung wie beispielsweise Glocken oder Beleuchtung, als vordefinierten Ablauf ansteuern zu können. Um dieses Programm verwenden zu können, wechseln wir mit dem Befehl "edit" vom Globalen- in den Bearbeitungsmodus. Durch die Eingabe "map" öffnen wir den Editor.


MAP

Der Editor MAP ist ein Script- und Konfigurationseditor und verfügt über einen integrierten Syntax-Highlighter. Er ist von seiner Funktionalität angelehnt an den Editor "nano", welcher in Linux Distributionen zu finden ist. Beispielhaft wird hier ein Kölner-Dom-Script dargestellt, welches im unteren Code-Block näher beschrieben wird. In der Fußzeile finden wir die möglichen Tastenkombinationen zur Steuerung des Editors. Darüber sehen wir die Eingabeaufforderung (Dateiname:) zum Speichern der Datei, welche durch die Tastenkombination STRG + S ausgelöst wurde.

KD-Script

Das gezeigte Kölner-Dom-Script beinhaltet in der ersten Zeile einen Kommentar, welcher durch die Zeichen "/*" begonnen wird. Kommentare werden vom Interpreter "RUN" nicht interpretiert. In einer Schleife, welche mit dem Befehl "do" initialisiert wird, schaltet das Relais der "Glocke 1" zehn mal ein bzw. aus. Dies geschieht über die Zustands-Operation "on" und "off". Durch den Befehl "sleep" wid die Abarbeitung des Scripts, mit der angegebenen Zeit in Millisekunden, unterbrochen. Die Schleife wird jedoch nach dem ersten Durchlauf mittels "break" beendet. Der darauffolgende Befehl "beep" löst den in der Domsteuerung enthaltenen Summer aus. Zum Schluss beendet der Befehl "end" alle Relais der Glocken 1 bis 6.


  • Setzen eines Kommentar /* Das ist ein Kommentar
    Mit den Zeichen "Slash" und "Stern" erzeugen wir einen Kommentar. Dieser wird vom Interpreter RUN während der Laufzeit nicht weiter beachtet.

  • Initiieren einer Schleife do
    Eine Schleife dient dem mehrmaligem Ablauf einer bestimmten Routine. Um diese nun zu initiieren, wird der Befehl "do" verwendet.

  • Aktivieren der Glocke 1 glocke 1 | on
    Wir verwenden zur Aktivierung einer der Glocken den Befehl "glocke 1" und ergänzen diesen mit der Zustands-Operation "on". Wie auch bei der Microsoft PowerShell werden Befehle durch das Pipe-Symbol "|" miteinander verknüpft.

  • Pausieren des Programmablaufs sleep 250
    Mit dem vorherigen Befehl haben wir das Relais der Glocke 1 aktiviert. Damit die Glocke bis zum Anschlag schwingen kann, bauen wir nun eine Unterbrechung des Programmablaufs von 250 Millisekunden ein. Wir verwenden hierzu den Befehl "sleep 250".

  • Deaktivieren der Glocke 1 glocke 1 | off
    Um nun das Relais der Glocke 1 wieder deaktivieren zu können, verwenden wir den Befehl "glocke 1" mit der Zustands-Operation "off".

  • Pausieren des Programmablaufs sleep 500
    Mit dem vorherigen Befehl haben wir das Relais der Glocke 1 deaktiviert. Damit die Glocke nicht sofort wieder aktiviert wird, verwenden wir nun den Befehl "sleep 500", um eine Unterbrechung einer halben Sekunde zu erreichen.

  • Unterbrechen der Schleife break
    Die Schleife wird nach dem ersten Durchlauf mittels des Befehls "break" unterbrochen.

  • Festlegung der Durchlaufdauer der Schleife until 10
    Durch den Befehl "until" wird die Schleife beendet. Gleichzeitig wird durch die Angabe der Durchlaufdauer, in diesem Fall zehn mal, die Durchführungsdauer des Script-Blocks in der Schleife angegeben.

  • Akkustische Melder Ausgabe beep
    Die Domsteuerung verfügt über einen integrierten Summer. Durch den Befehl "beep" wird dieser ausgelöst und erzeugt ein akkustisches Signal. Dem Befehl kann durch den Parameter "Zeit" die Angabe der Dauer des Summens übergeben werden.

  • Festlegung der Durchlaufdauer der Schleife end
    Der Befehl "end" ist Teil des SAFEMODE der Domsteuerung und beendet eventuell noch schwingende Glocken.

Dieses Script kann sowohl auf der Domsteuerung, als auch im Programm KDSM mittels gleichem Befehlssatz über den Editor MAP erstellt werden:


/* Das ist ein Kommentar
do
    glocke 1 | on
    sleep 250
    glocke 1 | off
    sleep 500
    break
until 10

beep 

end